Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Dekagon mit Vorhalle der Basilika

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Die Inschrift  „Templum Sanctorum Gereonis ...“ über dem Eingang zum Dekagon stellt St. Gereon als die Kirche der Märtyrer vor. Seit Jahrhunderten wird hier Gereon, Gregor maurus und ihrer zahlreichen Mitstreiter gedacht. Menschen, die ihrem Gewissen gefolgt sind und bereit waren, harte Konsequenzen zu tragen. Im Bildfeld über dem Eingang, dem Tympanon, tritt Christus mit Helena und Gereon dem Eintretenden entgegen.

 

Helena erscheint hier als die Gründerin der Kirche. Seitdem im Mittelalter überliefert wird, Helena sei die vornehme Gründerin dieses herausragenden Bauwerks, wird diese Behauptung zur Gewissheit. Erst die archäologischen Funde der Vergangenheit können diese Überlieferung nicht mehr belegen. Die neue Gestaltung des Vorplatzes lässt Spuren der spätantiken Atriumsanlage sichtbar, Traufrinne und Pfeilersockel. Außen begegnet man schon den Spuren unseres Jahrhunderts, das sich wie jedes vor ihm bei Restaurierungsarbeiten immer auch zu eigener Gestaltung herausgefordert fühlt. 
Von Werner Schürmann stammt das Bronzetympanon über dem Eingang zur Krypta, für diesen damals einzig benutzbaren Raum kurz nach dem Kriege geschaffen. Noch aus den späten zwanziger Jahren zeugt die Umrahmung des Nordportals von einer der vielen Umgestaltungen der Vorhalle.

 

Lambert Schmidthausen hat hier Verkündigung,  Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten zusammen gestellt. Über einem der Strebepfeiler, über dem, den der letzte Krieg bis in die Grundfesten erschütterte und zerstörte, erinnert die Friedenstaube Theo Heiermanns an das Wüten dieser Jahre, verkündet Hoffnung. In der Vorhalle, über hohe Portale zugänglich, hüten zwei mächtige Löwen, wohl erst nachträglich an diese Stelle versetzt, den Eingang zum Dekagon. Sie liegen auf Pfeilern, die ähnlich in den Nebenräumen erscheinen; Spuren der romanischen Gestalt der Vorhalle, die Ende des 14. Jh. durch die Stiftung des Kanonikus Suderland ihre Gewölbe erhielt.  Glänzend restauriert, leuchtend in den Farben ist das Tympanon über dem Eingang wiederhergestellt. Es zeigt Christus als den Weg des Heils, neben ihm Gereon und Helena. Darunter berichtet eine Inschrift von der Fülle der Heiligen, die hier ruhen:

 

„Templum Sanctorum Gereonis sociorum eius CCCXVIII Thebaeorum Martyrum, et Gregorii sociorum eius CCCLX Maurorum Martyrum" - 

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Vorhalle400.jpegKirche der Märtyrer, des heiligen Gereon und seiner 318 thebäischen und des heiligen Gregor und seiner 360 maurischen Gefährten. Das Gitter darunter entstand zur Zeit der Portalumrahmung auf der Nordseite der Vorhalle, entworfen von Hans Hansen und von Heinrich Hecker ausgeführt. In den Boden der Vorhalle eingelassen, Denkmal und Orientierungshilfe für Besucher zugleich, ist ein Grundriss der Kirche, noch umgeben von den untergegangenen Stiftsgebäuden, aus Bronze von Andreas Dilthey. An der Südwand hängt ein Kruzifix des 16. Jh. mit jüngeren Figuren des Johannes und der Maria. In der erst 1897 entstandenen Kapelle der Südseite der Vorhalle hat eine Michelangelo folgende Pietà des  Düsseldorfer Künstlers Johann Reiss aus dem gleichen Jahr die Bomben überstanden.

 

In der Kapelle auf der Nordseite hängt eine Kreuzigungsdarstellung der Mitte des 16. Jh. Neben Maria und Johannes treten Gereon, Papst Silvester, Bischof Hildebold und Helena mit dem Modell ihrer Kirche. Auch eine Reihe der kostbaren Grabdenkmäler ist erhalten, wie das des Propstes Krytwyss des frühen 16. Jh. oder das der beiden Grafen von Königsegg, die als Dekan und Coadiutor des Dekans das Stift leiteten. Wobei allerdings der Jüngere, entgegen den Hoffnungen des Nepotismus, früher starb. Die drei Westfenster der Vorhalle von Georg Meistermann sind den Erzengeln Michael, links, und Raphael, rechts, gewidmet. Zwischen ihnen leuchtet die Wurzel Jesse. Georg Meistermann entwarf auch das Fenster der Nordkapelle mit dem Prolog des Johannesevangeliums, die Ornamentfenster der Südkapelle sind von Wilhelm Teuwen.
Text-Copyright: Werner Schäfke