Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Stiftsgeschichte

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Aus_dem_Stadtmuseumkl.jpegStiftsgeschichte. Ein Stift wird lebendig.

Das Leben in St. Gereon haben über Jahrhunderte die Stiftsherren geprägt.  
Zwei Urkunden aus dem 9.Jht. lassen bereits eine eigenständige Gemeinschaft mit selbständiger Verwaltung erkennen. Die liturgische Vielfalt ergab sich neben dem alltäglichen Stunden- gebet durch die Feier der Feste  des Kirchenjahres und eine Fülle von Prozessionen. 

 
Der Pfarrdienst in St. Christoph, Schuldienst, die Lehre an der Universität und viele weitere Aufgaben hatte die Stiftsgemeinschaft im Laufe der Jahrhunderte zu erfüllen. Eine große Zahl von Höfen bildete mit ihren Abgaben das wirtschaft-liche Rückgrat.  Noch im 12. Jahrhundert waren Naturalleistungen die Grundlage der Versorgung.

 

Spätmittelalterliche und nachmittelalterliche Bauarbeiten

Größere Bauunternehmungen stellen in gotischer Zeit nur die Erneuerung der Sakristei und die gotische Umwandlung des Chores dar. 1319, als der Priesterkanoniker Johannes von Stayburg den Altar der Sakristei dotiert, ihn mit Einkünften versieht, die einen Vikar ernähren sollen, wird der Bau vollendet sein. Die vierbahnigen Fenster der Sakristei entsprechen im Maßwerk fast den Fenstern des Chorumgangs im Dom. Sie sind nur wenig bescheidener angelegt. Prunkvoll, Vorstufe für das Blendmaßwerk der Nordwand des Hansasaals im Rathaus, wird das Blendmaßwerk an der Südwand der Sakristei. Hier wird ein Reichtum ausgespielt, den man bei offenen Maßwerken nicht durchführen wollte.

 

Die Fenster sind im Maßwerk bescheidener. Sie bewahren noch im Unterteil einen Heiligenfries der kostbaren Fenster des frühen 14. Jahrhunderts. Wilhelm Buschulte hat sie kongenial fortgesetzt. Die Sakristei ist heute zugleich Schatzkammer der Kirche, die Grabungsfunde und Kirchengerät vom frühen Mittelalter bis heute bewahrt. Aus der mittelalterlichen Bauzeit, dem Höhepunkt der Architektur des Dekagons entsprechend, stammen zwei kostbare Armreliquiare, deren Emails Gereon und Helena - mit der ältesten Darstellung der Kirche -, auch den Stifter/ Propst Arnold von Born, zeigen. 

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Modella.jpegGrößere Bauunternehmungen stellen in gotischer Zeit nur die Erneuerung der Sakristei und die gotische Umwandlung des Chores dar. 1319, als der Priesterkanoniker Johannes von Stayburg den Altar der Sakristei dotiert, ihn mit Einkünften versieht, die einen Vikar ernähren sollen, wird der Bau vollendet sein. Die vierbahnigen Fenster der Sakristei entsprechen im Maßwerk fast den Fenstern des Chorumgangs im Dom. Sie sind nur wenig bescheidener angelegt. Prunkvoll, Vorstufe für das Blendmaßwerk der Nordwand des Hansasaals im Rathaus, wird das Blendmaßwerk an der Südwand der Sakristei. Hier wird ein Reichtum ausgespielt, den man bei offenen Maßwerken nicht durchführen wollte.

 

Die Fenster sind im Maßwerk bescheidener. Sie bewahren noch im Unterteil einen Heiligenfries der kostbaren Fenster des frühen 14. Jahrhunderts. Wilhelm Buschulte hat sie kongenial fortgesetzt.Die Sakristei ist heute zugleich Schatzkammer der Kirche, die Grabungsfunde und Kirchengerät vom frühen Mittelalter bis heute bewahrt. Aus der mittelalterlichen Bauzeit, dem Höhepunkt der Architektur des Dekagons entsprechend, stammen zwei kostbare Armreliquiare, deren Emails Gereon und Helena - mit der ältesten Darstellung der Kirche -, auch den Stifter/ Propst Arnold von Born, zeigen. 

 

Von schlichter Präzision sind dagegen die Maßwerkfenster und Gewölbe, die in den beiden Chorjochen in der zweiten Hälfte des 14. Jh. eingefügt werden. Heinrich Suderiand, Mitglied des Stiftskapitels, stiftet sie. Er stirbt 1404. Das Memorialbuch des Stiftes notiert zwar auch, dass er außerdem die Vorhalle und zwei Flügel des untergegangenen Kreuzganges wölben ließ, berichtet aber nicht, in welchen Jahren diese Arbeiten durchgeführt wurden. Die Konsolen der Gewölbe der Vorhalle mit ihrer Versammlung erschreckender Dämonen - nur ein Engel mit erlösender Botschaft ist dazwischen - bieten ein beängstigendes Bild von der Furcht, die das späte Mittelalter bewegte.

 

Ein solcher Bau bedarf ständiger Pflege und muss immer wieder einmal den Erfordernissen der sich wandelnden Liturgie angepasst werden. Die zufällig überlieferte Aktion des Dekans Wilhelm de Schinnis ist nur ein Beispiel für viele, die wir nicht kennen. Im 17. und 18. Jh. ist man dabei besonders aktiv. Es werden sogar die Fenster der Apsis vergrößert, um barockem Lichtbedürfnis zu genügen.  

 

So ist von den aufeinander folgenden Ausstattungen oft nur ein Rest als Monument zu entdecken, das einst Teil eines groß angelegten Konzepts war. Am Ende der barocken Ausstattungsphase hat sich das Kapitel sogar noch entschlossen, die Glocken neu gießen zu lassen. Drei der fünf Glocken, die der berühmte Glockengießer Martin Legros 1779 goss, sind noch erhalten. Die beiden größten Glocken wurden 1942 im Brand des Südturmes zerstört. Sie wurden 1961 in der Glockengießerei Mabilon & Co., Saarburg neu gegossen. Das Geläut ist auch nach dem Neuguss abgestimmt auf: - b° - c' - d' - es' -1' -.

 

Einschneidende Eingriffe in die Bausubstanz und in die Gestaltung der Umgebung der Kirche bringt die Säkularisation. Die Cäcilienkapelle auf der Nordseite des Dekagons und der Treppenturm werden wegen Baufälligkeit abgerissen. Kreuzgang und Stiftsgebäude folgen. Nach den Grabungen des Jahres 1988 hat man die Grundmauern der Caecilien-Kapelle sichtbar stehen lassen. Der Treppenturm wurde bereits im 19. Jh. erneuert. Die Gestalt der Vorhalle wird verändert. Die letzte großzügig geplante Ausstattung, die August von Essenwein entworfen hatte, ist im letzten Krieg vernichtet worden. Eine neue Konzeption ist an ihre Stelle getreten. Das lässt sich am einfachsten erfassen, wenn man mit bedachtem Blick auf diese Spuren der Vergangenheit die Räume noch einmal abschreitet.

 

 

Vom Leben des Stiftes

Die Fülle und der Reichtum der Bauarbeiten an den romanischen Kirchen Kölns im 12. und frühen 13. Jh. ist nicht nur Protzen mit dem Reichtum, der aus fruchtba-ren Ländereien bei besseren landwirtschaft-lichen Methoden in dieser Zeit in die Kassen der Kapitel fließt. Den hätte man, wie zu jeder Zeit, auch damals anders verwenden können.Die Memorialbücher der Stifte und Klöster verzeichnen die Todestage der Wohltäter. An diesem Tag werden sie beson-ders in das Gebet der Chorgemeinschaft eingeschlossen, es wird Fürbitte für sie eingelegt. 

 

Das war die Absicht derer, die dem Stift Ländereien oder andere Einkünfte vermachten. So kam ihr weltliches Gut ihrem Seelenheil zugute. Sich für ihr eigenes Seelenheil und das der Wohltäter einzusetzen, war die Hauptaufgabe solcher Institutionen. Dafür schufen die Bauten mit ihrer reichen Ausstattung den notwendigen Rahmen. Daneben wurde Seelsorge betrieben. Weite Bereiche wurden besonders in der Frühzeit von einem Stift aus versorgt. Auch später sind Stiftsherren oft zugleich Pfarrer in weit von Köln entfernt gelegenen Gemeinden. In Köln selbst wurde die eigene Pfarrei der rings um das Stift woh-nenden Familien in der kleinen Kirche St. Christoph versorgt. Sie wird 1172 erstmals erwähnt und schließlich zu Beginn des 19. Jh. Rundum die Stiftskirche liegen Felder und Weingärten abgerissen, als die Gemeinde St. Gereon nach Aufhebung des Stiftes als Pfarrkirche übernimmt. Meist wird zugleich eine kleine Schule betrieben, in welcher der eigene Nachwuchs an Kanonikern neben anderen Schülern ausgebildet wird. Viel Zeit verschlingt auch die Verwaltung der Güter, aber einen großen, wohl den größten Teil des Tages nahmen Chorgebet und Messfeier ein.

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Stiftsimmunitaet_St_Gereon.jpegWelche Intensität die Frömmigkeit gerade in St. Gereon erreichte, zeigt die Tatsache, dass die erste nachweisbare Fronleichnamsprozession 1277 von hier ihren Ausgang nahm. Mit Begeisterung hatte man die von Lüttich ausgehende Bewegung neuer Frömmigkeit hier aufgenommen. Vielleicht war es Dekan Wilhelm de Schinnis, der etwa zu dieser Zeit sein Amt übernahm, der die Neuerung einführte. Seine Begeisterung für den Bau, seine Ausstattung und die Liturgie zeigt er mit einer Stiftung aus dem Jahre 1280. In der zweiten Nische der Nordseite des Dekagons ließ er am Marienaltar ein neues, gotisches Fenster einsetzen. Es ist anzunehmen, dass andere Mitglieder des Stiftskapitels in diesen Jahren für die  anderen Fenster sorgten. Seine Freigebigkeit gilt nicht nur der Architektur. Er stiftet zugleich 40 Mark, etwa 10 kg Silber - ein beachtliches Kapital - für den Unterhalt des Chores; außerdem zwei Mark für die Verbesserung der Orgel. Er lässt das Kreuz vor dem Chor neu vergolden und die Figuren Mariens, der hll. Johannes, Gereon und Helena neu anfertigen, die auf einem Balken unter dem Kreuz stehen. Hier spürt man, in einer Urkunde zusammengefasst, aus welchen lebendigen Zusammenhängen liturgischen Stiftslebens der Bau erwachsen ist.

 

Sankt Christoph

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/docu0220.jpegEnde des 12. Jahrhunderts wird eine dem heiligen Christophorus geweihte Kapelle zur Pfarrkirche des Gereonstiftes erhoben. In der Regel war ein Vikar des Stiftes Pfarrer dieser Gemeinde.  Um 1219 entstand ein neuer Kirchenbau. Im 15. Jahrhundert wurden nach einem Vermächtnis an die Kirche Verschönerungen und Neuausstattung der Kirche belegt. 1803 muss St. Christoph geschlossen werden. Die Kirche wird verkauft und abgebrochen. Nur der Straßenname erinnert noch an diesen Bau.

 

Ende des 12. Jahrhunderts wird eine dem heiligen Christophorus geweihte Kapelle zur Pfarrkirche des Gereonstiftes erhoben. In der Regel war ein Vikar des Stiftes Pfarrer dieser Gemeinde.  Um 1219 entstand ein neuer Kirchenbau. Im 15. Jahrhundert wurden nach einem Vermächtnis an die Kirche Verschönerungen und Neuausstattung der Kirche belegt. 1803 muss St. Christoph geschlossen werden. Die Kirche wird verkauft und abgebrochen. Nur der Straßenname erinnert noch an diesen Bau.

 

St. Gereon und St. Christoph 
Nach einer aquarellierten Tuschzeichnung von  C. Frank von 1729.Rechter Hand steht die ehemalige Stiftskirche  St.  Christoph. Sie wurde 1806 abgebrochen. Seit 1837 mündet hier die Christophstraße.