Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Im 2. Weltkrieg 1939 - 1945

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stalban/alt_st_alban5.gifIm Kriege 1939 - 1945 wurde die Kirche mehrfach von Bomben getroffen und brannte aus. Nach dem letzten schweren Bombenangriff auf die Kölner Innenstadt am 2. März 1945 war die Kirche nur noch eine Ruine. Nur die Außenmauern und ein Teil des Turmes blieben stehen. An diesem 2. März 1945 kam auch der letzte Pfarr-Verweser von St. Alban Dr. Karl Koch, ums Leben. Er wurde unter Trümmern verschüttet und man fand seinen Leichnam erst ein Jahr später.
Nach Beendigung des Krieges wohnten nur noch 312 Katholiken in dem weitgehend zerstörten Pfarrbezirk von St. Alban.


Lohnte sich bei der Vielzahl der - zwar auch schwer beschädigten - Kirchen in der Innenstadt der Wiederaufbau 5t Alban? Damals wurde diese verneint. Wie man heute entscheiden würde, ist eine andere Sache.


Die Stadt Köln hatte großes Interesse daran, die der Pfarrgemeinde St. Alban gehörenden Grundstücke am Quatermarkt, auf denen früher Kirche, Pfarrhaus, Kaplanei, Küsterei standen, zu erwerben, um sie in den Aufbau des Gürzenich einzubeziehen.

 

Das Erzbistum war seinerseits bereit, das entvölkerte Pfarrterritorium St. Alban auf die Nachbargemeinden aufzuteilen. Nach langen Verhandlungen wurde am 12. Juli 1954 zwischen der Kirchengemeinde St. Alban und der Stadt Köln ein Vertrag geschlossen, demzufolge der Grundbesitz der Kirchengemeinde am Quatermarkt im Tauschwege gegen andere Grundstücke in das Eigentum der Stadt überging.

 

Die Stadt Köln verpflichtete sich, den Turm der Kirche zu restaurieren und die dort früher befindliche St. Konrad-von-Parzham-Kapelle wiederherzustellen und sie dem Erzbistum zur Verfügung zu stellen.Ferner verpflichtete sich die Stadt „das übernommene Kirchengelande zu. einer Erinnerungsstätte zu gestalten und stets und ausschließlich so zu verwenden, dass der Weihecharakter des Ortes gewährt und jede Entweihung verhindert wird" Erinnert wurde m diesem Zusammenhang auch daran, dass im ehemaligen Pfarrhausgarten Stephan Lochner begraben sein soll.

 

Die Bedingungen des Erzbistums wurden in vollem Einvernehmen mit der Stadt Köln erfüllt, und so wurde die Ruine St Alban zur Erinnerungsstätte an die Toten des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Die Ruine der Kirche wurde in den Wiederaufbau des Gürzenich einbezogen: die östliche und südliche Außenmauer der Kirche wurde zur Innenmauer von Treppenhaus und Foyer des Gürzenich.

Von dort hat man einen Blick in die Ruine und auf die im früheren Altarraum aufgestellten steinemen Skulpturen des „Trauernden Elternpaares" der Käthe Kollwitz. Das Original hatte die Künstlerin für das Grab ihres im ersten Weltkrieg in Flandern gefallenen Sohnes geschaffen.

 

Auf Wunsch des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss und im Einvernehmen mit den Angehörigen von Käthe Kollwitz schuf Professor Ewald Matare Kopien dieser Skulpturen. Am 21. Mai 1959 übergaben Bundespräsident Heus und der Kölner Oberbürgermeister Theo Burauen die zur Erinnerungsstätte gewordene Kirchenruine St. Alban in die Obhut der Stadt.

Damals sagte der Oberbürgermeister: „Auf dem Friedhof in Eesen-Rollfeld in Flandern ist das Bildwerk Erinnerung an einen Einzelnen, den gefallenen Sohn der Künstlerin. Hier sollen die Trauernden Eltern als Ausdruck des Leids an alle Toten erinnern."
 

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass die Idee der Kombination von Kirchenruine St. Alban und Gürzenich von dem damals im Atelier des den Wiederaufbau des Gürzenich leitenden Architekten Karl Band tätigen Hans Schilling stammte.
Hans Schilling hätte als selbständig arbeitender Architekt den Auftrag zur Planung und zum Bau der neuen Kirche St. Alban im Stadtgarten erhalten.