Palliative Sedierung

Palliative Sedierung

Palliative Sedierung wurde oft auch als terminale Sedierung bezeichnet. Mit dieser Bezeichnung wird der Eindruck erweckt, der Tod solle absichtlich herbeigeführt werden. Sie wird deshalb nicht mehr verwendet.

 

Bei der Palliativen Sedierung geht es allein darum, unerträgliche Begleiterscheinungen des Sterbens erträglich zu gestalten, wenn dies auf anderem Wege nicht erreicht werden kann. Sie hat keinesfalls die Lebensverkürzung zum Ziel, soll dem Leben und nicht dem Tod dienen. Patienten unter Sedierung sterben, wie Studien belegen, nicht schneller als ohne die beruhigenden und schmerzlindernden Medikamente. (Der Berliner Palliativmediziner H.-Christof Müller-Busch (z.Zt. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin DGP) verweist 2004 in der Zeitschrift für Palliativmedizin auf entsprechende Studien.) Es ist daher nicht gerechtfertigt, die palliative Sedierung in die Nähe von Tötungshandlungen zu rücken.

 

Dennoch entstehen im Zusammenhang mit der Anwendung weitere ethische Fragen (Dtsch Med Wochenschr 2006; 131: 2733-6.): Wird die Sedierung am Lebensende wirklich nur als letzte Möglichkeit in der Symptomlinderung eingesetzt? Darf die Sedierung am Lebensende auch bei psychosozialer Belastung ("Leiden am Leben") eingesetzt werden? Darf die Sedierung am Lebensende nur am Lebensende oder auch früher im Verlauf schwerer Erkrankungen eingesetzt werden?

 

Von einer internationalen Expertengruppe wurden deshalb Richtlinien zur Indikation und zur Durchführung der palliativen Sedierung veröffentlicht (Dtsch Med Wochenschr 2006; 131: 2733-6.), die eine ethisch vertretbare und sorgfältige Anwendung gewährleisten sollen.