Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Die neue Gestaltung des Dekagons

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Eingang_Dekagon_400.gifDie neue Gestaltung des Dekagons folgt den Impulsen, die von der Konzeption Wilhelm Nyssens ausgehen. Grundthema ist das Martyrium, Zeugnis des Gläubigen von seinem Glauben.  
So ist die Gestaltung des Gewölbes verstanden, die „im Rot der Zeugen-schaft die Flammengarben des Pfingstgeistes aufleuchten lässt, der jedes Martyrium in der Kirche bewirkt". 
Dies gilt auch für die Gestaltung der Fenster, die einem Grundthema entsprechen: „Der Sieg Christi in seinen Heiligen, die Einheit von himmlischem und irdischem Jerusalem." 
Die Fenster der beiden oberen Geschosse entstanden nach Entwürfen Georg Meistermanns. Im Osten, über dem Triumphbogen zum Chor, wird das Thema des Chorapsisfreskos wiederholt, Christus als Richter des Jüngsten Gerichtes, fürbittend daneben Maria und Johannes.

 

Das Lamm der Apokalypse im Mittelfenster steht über dem edelstein-haften Funkeln des himmlischen Jerusalem. In den Lanzettfenstern links und rechts, im Süden und Norden ergänzen die Propheten des Alten Testamentes mit den Gesten des Zürnens, Schauens, Rufens und Lauschens dann die Reihe der Apostel des Neuen Testamentes, welche die restlichen Fenster füllen. Das große Wandfenster verbindet Pfingsten - greift das Thema der Kuppel auf - mit der Himmelfahrt Christi. Das betont das Mittelfenster, links leuchtet der Glanz des Heiligen Geistes, rechts führen dunkle Töne in das Reich des Todes. Im kleinen Westfenster darunter wird das Kölner Thema der Epiphanie Christi angestimmt. Die Heiligen Drei Könige erscheinen, um ihre rot leuchtenden Gaben dem auf Erden erschienenen Herrn zu überreichen.

 

Ihnen zur Linken und Rechten in den Fächerfenstern ist die Zone der himmlischen Wesen angesiedelt. Man erkennt nach geduldigem Schauen die Symbole der vier Evangelisten, wie sie schon Ezechiel und Johannes sahen. Die vier Reiter der Apokalypse runden das Bild der Visionen ab.

 

Die Fenster Georg Meistermanns, von dem auch die drei Fenster der Chorapsis stammen, bringen einen ungewöhnlichen Farbenklang und eine nicht leicht auf den ersten Blick lesbare Zeichnung oft dichter Linienführung des Bleis. Dem Ungeduldigen gegenüber, der eine leichte Bildsprache erwartet, sperren sie sich. Aber auch ihn vermag die Kraft und Fülle der Farben zu faszinieren.Wilhelm Buschultes Fenster im Emporengeschoss zeigen dagegen in leichter verständlichen Farben und Zeichnungen Heilige, im Norden Josef und Albertus Magnus, Heribert, Petrus Canisius und im Süden Maria, Ursula, Hildegard von Bingen und Adelheid von Vilich. Wilhelm Buschulte entwarf auch die ebenso schlichten wie wirkungsvollen Kristallfenster der Nischen. 

Der teils in leichtem Relief gehaltene Fußboden ist von Elmar Hillebrand gestaltet worden. Im Zentrum des wie ein Teppich geschnittenen Mittelteils des Bodens wird die Enthauptung des hl. Gereon dargestellt. Ihn umgeben Bilder des Opfers, ein vom Löwen geschlagener Stier und Daniel in der Löwengrube, und als Mahnung tritt ein Bild des zerstörten Dekagons hinzu.

 

Die Mondsichelmadonna an der Südseite des Chorbogens stammt aus der untergegangenen Kirche östlich des Domes,  St. Maria ad gradus. Entstanden um 1430, gelangte sie erst Ende des 19. Jh. nach St. Gereon. Im reichen Faltenwurf, im weichen Liebreiz der Gestalt spürt man die Nähe der Verkündigungsgruppe in St. Kunibert. Text-Copyright: Werner Schäfke