Macht der Algorithmen

Data Science

von der Mathematik hinter Google, Facebook und vernetzten Daten

Am 13. Novem­ber 2017 hält Dr. Micha­el Schaub, ehe­ma­li­ger Schü­ler des St.-Ursula-Gymnasiums, im Rah­men eines EU-​Förderprogramms einen wis­sen­schaft­li­chen Vor­trag zum The­ma »Data Sci­ence – von der Mathe­ma­tik hin­ter Goog­le, Face­book und ver­netz­ten Daten«.

 

Zum Inhalt des Vortrags:
Wir leben in einer Welt der Daten. Nach aktu­el­len Schät­zun­gen wur­den in den letz­ten zwei Jah­ren so vie­le digi­ta­le Daten gene­riert wie in der gesam­ten Geschich­te der Mensch­heit zuvor. Mehr als 50.000 Such­an­fra­gen pro Sekun­de wer­den allein auf Goog­le gestellt, Face­book ver­zeich­ne­te bereits im Jahr 2015 nach eige­nen Anga­ben mehr als eine Mil­li­ar­de Nutzer.

Licht ins Dunkel bringen

Trotz die­ser beein­dru­cken­den Zah­len und der gro­ßen Medi­en­prä­senz rund um künst­li­che Intel­li­genz und »maschi­nel­les Ler­nen« blei­ben wesent­li­che Aspek­te der The­ma­tik häu­fig schwer nach­voll­zieh­bar: War­um inter­es­siert man sich plötz­lich so stark für die­se Daten, obwohl zur­zeit schät­zungs­wei­se ledig­lich 0,5% aller Daten genau­er ana­ly­siert wer­den? Was kann man mit ihnen eigent­lich alles anstel­len? Was hat das über­haupt mit Mathe­ma­tik zu tun?

In die­sem Vor­trag soll ver­sucht wer­den, ein wenig Licht ins Dun­kel zu brin­gen und ins­be­son­de­re das The­ma »ver­netz­te Daten« genau­er zu beleuch­ten. Was abs­trakt klingt, hat für eine gan­ze Rei­he von Pro­ble­men prak­ti­sche Rele­vanz – von der Ana­ly­se sozia­ler Netz­wer­ke (wie brei­ten sich Neu­ig­kei­ten in einem sol­chen Netz­werk aus?) über das Suchen im Inter­net (wie findet/​bewertet Goog­le, wel­che Sei­ten wich­tig sind?) bis hin zur Neu­ro­bio­lo­gie (wie hängt die Struk­tur neu­ro­na­ler Netz­wer­ke mit deren Funk­ti­on zusammen?).

Durch zahl­rei­che Kurz­aus­flü­ge in die Welt der Sozio­lo­gie, der Epi­de­mio­lo­gie, der Rou­ten­pla­nung, des Mar­ke­tings und der Bio­lo­gie soll ein illus­tra­ti­ver, ver­ständ­li­cher Ein­druck gege­ben wer­den, in wel­chen Berei­chen die Ana­ly­se von ver­netz­ten Daten und Netz­wer­ken rele­vant sein kann. Fra­gen sind hier­bei aus­drück­lich erwünscht und höhe­re mathe­ma­ti­sche Kennt­nis­se nicht erforderlich.

Über Michael Schaub

Dr. Micha­el Schaub mach­te 2005 sein Abitur am St.-Ursula-Gymnasium und stu­dier­te anschlie­ßend Elek­tro­tech­nik und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie (BSc) an der ETH Zürich und Bio­me­di­cal Engi­nee­ring (MSc) am Impe­ri­al Col­le­ge Lon­don. Im Anschluss pro­mo­vier­te er am Impe­ri­al Col­le­ge Lon­don in ange­wand­ter Mathe­ma­tik. Nach einem For­schungs­auf­ent­halt als Post­dok­to­rand in Bel­gi­en ist er seit Novem­ber 2016 am Insti­tu­te for Data, Sys­tems and Socie­ty (IDSS) am Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy tätig – aktu­ell als Marie-​Sklodowska-​Curie-​Fellow sowohl am IDSS als auch im Depart­ment of Engi­nee­ring Sci­ence an der Uni­ver­si­tät Oxford. Sei­ne For­schungs­in­ter­es­sen gel­ten inter­dis­zi­pli­nä­ren Anwen­dun­gen der Mathe­ma­tik im Bereich der Inge­nieurs­wis­sen­schaf­ten, der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und der Neurowissenschaften.

 

Text: St. Ursula Brühl / Heinl