Informatik-Nachwuchs

Deutschlands talentiertester Informatik-Nachwuchs ausgezeichnet

Finale des 36. Bundeswettbewerbs Informatik am Heinz Nixdorf Institut

Finale des 36. Bundeswettbewerbs Informatik am Heinz Nixdorf Institut: Sie haben komplexe Probleme gelöst, in Gesprächen mit Informatik-Experten überzeugt und sich als Teamplayer bewiesen – nun stehen die fünf besten Nachwuchs-Informatiker aus ganz Deutschland fest. Die Sieger des 36. Bundeswettbewerbs Informatik wurden heute am Heinz Nixdorf Institut (HNI) ausgezeichnet. In den vergangenen zwei Tagen hatten insgesamt 25 Finalistinnen und Finalisten ihr Können in der Endrunde am HNI unter Beweis gestellt. Insgesamt nahmen rund 1.500 Jugendliche am Wettbewerb teil.

Gespräche mit hochkarätigen Experten

In den ersten beiden Runden des bundesweiten Informatik-Wettbewerbs hatten die Jugendlichen Zimmerverteilungen für Klassenfahrten berechnet und bauliche Maßnahmen gegen Wildschweinplagen optimiert. In der Endrunde führten sie Gespräche mit hochkarätigen Experten und bearbeiteten unter Zeitdruck zwei Informatik-Probleme im Team. Eine Aufgabe beschäftigte sich mit der Modellierung praktischer Probleme durch logische Formeln, die von Computern effizient verarbeitet werden können; die andere mit der Unterstützung blinder Menschen durch Smartphone-Apps.

Prof. Dr. Till Tantau (Universität Lübeck).

Die Leistungen der jungen Leute überzeugten Jury und Gastgeber. „Die Preisträger haben mit ihrem breiten Wissen überzeugt, das bereits das Niveau des ersten Studienjahres Informatik erreicht hat. Zugleich haben sie bewiesen, dass sie komplexe Probleme auch als Teamplayer effizient und kreativ bearbeiten können“, erklärt der Vorsitzende der Jury und des BWINF-Beirats, Prof. Dr. Till Tantau (Universität Lübeck).

Schüler des Erzb. St. Ursula Gymnasiums, Düsseldorf

Christian Hagemeier Preisträger beim 36. Bundeswettbewerb Informatik

Christian Hagemeier, Abiturient am St. Ursula-Gymnasium Düsseldorf, ist Preisträger des 36. Bundeswettbewerbs Informatik. Damit belegte er einen der zweiten Plätze bei der Endrunde des Schülerwettbewerbs, die vom 25. bis 28. September in Paderborn stattfand. Ausrichter des Finales waren das Institut für Informatik und das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn.

Christian Hagemeier war bereits beim Finale 2017 dabei und erhielt einen Sonderpreis. Auch bei diesem Finale wurde er zusammen mit seiner Gruppe  mit einem zusätzlichen Sonderpreis für die beste Vortragsleistung ausgezeichnet. „Mit Christian Hagemeier hat ein Schüler des St. Ursula-Gymnasiums zweimal hintereinander bei diesem hochkaratigen Wettbewerb einen herausragenden Erfolg erzielt. Darauf kann er schon stolz sein“, freuen sich Michael Baltes, Schulleiter des St. Ursula-Gymnasiums, und der betreuende Informatiklehrer Dirk Warthmann.

Die Leistungen der jungen Leute überzeugten Jury und Gastgeber. „Die Preisträger haben mit ihrem breiten Wissen überzeugt, das bereits das Niveau des ersten Studienjahres Informatik erreicht hat. Zugleich haben sie bewiesen, dass sie komplexe Probleme auch als Teamplayer effizient und kreativ bearbeiten können“, erklärt der Vorsitzende der Jury und des BWINF-Beirats, Prof. Dr. Till Tantau (Universität Lübeck).

Wettbewerb richtet sich an Jugendliche bis 21 Jahre

Der Bundeswettbewerb Informatik, an dem seit 1980 jährlich über 1.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen, besteht aus drei Runden und erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Jahr. Beim 36. Bundeswettbewerb Informatik waren 1.464 Teilnehmende dabei, so viele wie seit 1993 nicht. In den ersten beiden Runden des bundesweiten Informatik-Wettbewerbs hatten die Jugendlichen Zimmerverteilungen für Klassenfahrten berechnet und bauliche Maßnahmen gegen Wildschweinplagen optimiert.

In der Endrunde führten sie Gespräche mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft und bearbeiteten unter Zeitdruck zwei Informatik-Probleme im Team. Eine Aufgabe beschäftigte sich mit der Modellierung praktischer Probleme durch logische Formeln, die von Computern effizient verarbeitet werden können; die andere mit der Unterstützung blinder Menschen durch Smartphone-Apps.

Der Bundeswettbewerb Informatik ist der traditionsreichste unter den Bundesweiten Informatikwettbewerben (BWINF) und richtet sich an Jugendliche bis 21 Jahre, die sich noch nicht in einem Studium bzw. einer Berufstätigkeit befinden. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Interesse an Informatik zu wecken sowie Informatik-Talente zu entdecken und zu fördern. Mit dieser Zielsetzung richtet BWINF neben dem Bundeswettbewerb zwei weitere Schülerwettbewerbe aus: den Informatik-Biber und den Jugendwettbewerb Informatik (JwInf). BWINF ist darüber hinaus  für die Auswahl und Teilnahme des deutschen Teams bei der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) verantwortlich. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Träger sind die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI), der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe sind von der  Kultusministerkonferenz empfohlene Schülerwettbewerbe und stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.


(Dirk Warthmann)

Informatiklehrer Dirk Warthmann berichtet

Warthmann : „Unser Schüler ist ein gutes Beispiel, wie Förderung gerade im Fach Informatik heute funktioniert. Die Themengebiete, die in den Interviews (d.h. Prüfungsgesprächen) mit den Juroren in der Endrunde angesprochen wurden und  die auch Basis zur Lösung der umfangreichen in Gruppenarbeit zu bearbeitenden Aufgaben waren, sind im normalen Unterrichtsgang eines Grundkurses Informatik entweder gar nicht oder nicht mit der notwendigen Intensität angesprochen worden. Christian hat sich seine Kenntnisse außerhalb der Schule angeeignet.

 

Ich habe ihn ermuntert, sich bereits in der 10. Jahrgangsstufe am Bundeswettbewerb Informatik zu beteiligen. Das kostete Überzeugungsarbeit, da er die Aufgaben der ersten Runde uninteressant fand. Er hat auf Anhieb an beiden Runden erfolgreich teilgenommen. Beim ersten Mal ist er zur Endrunde nicht zugelassen worden, da seine korrekten Lösungen nicht allgemein genug angelegt waren. Bei seiner zweiten und dritten Teilnahme hat er die Endrunde problemlos erreicht. Trotzdem war die erste Teilnahme entscheidend, da er anschließend von verschiedenen Universitäten zu Fördermaßnahmen eingeladen wurde, wo im Kreise von Schülern mit gleicher Leistungsstärke und ähnlichen Interessen genau die Themen behandelt wurden, die außerhalb des Informatik-Unterrichts liegen.

 

Auch methodisch hat er ungemein profitiert. Seine Referate waren danach immer so angelegt, dass neuen Inhalte am Rechner verifiziert wurden. Dabei bezog er Mitschüler zur Eingabe und als Ideengeber mit ein. Die Implementation wurde in Zusammenarbeit mit der Gruppe modifiziert und solange korrigiert, bis ein lauffähiges  zufriedenstellendes Ergebnis ereicht war. Christian bezeichnete das Vorgehen als "lebendige Informatik", ein Verfahren, das er von einem der Sommercamps übernommen hat.