Inventarisierung des kirchlichen Kunstgutes

Inventarisierung des kirchlichen Kunstgutes

Die Ausstattung in unseren Kirchen ist Ausdruck gelebten Glaubens und kultureller Vielfalt über Jahrhunderte hinweg. Das reiche Erbe, das in den Kirchen im Erzbistum Köln erhalten ist, gilt es für die kommenden Generationen zu dokumentieren.

Die Kirchengemeinden im Erzbistum Köln haben daher den Auftrag und die kirchenrechtliche Verpflichtung (can. 1283, CIC), die künstlerische und/oder historische Ausstattung in ihren Kirchen zu inventarisieren. Diese Aufgabe übernimmt stellvertretend das Generalvikariat für die Kirchengemeinden, indem es die Erfassung vor Ort nach einheitlichen Standards durchführt.

Die Inventarisierung klärt das Eigentum, das künstlerische und historische Erbe der Kirchengemeinde, schreibt es fort und dient so als Grundlage für die Erhaltung des künstlerischen Erbes der Kirche. Darüber hinaus gibt sie Hilfestellung zur wissenschaftlichen Erschließung. Die Kirchengemeinde erhält zum Abschluss ein gedrucktes Exemplar ihres Inventars als Arbeitshilfe in der Sakristei und im Pfarrarchiv. Im Historischen Archiv des Erzbistums Köln werden die Daten langfristig gespeichert.

Die systematische Erfassung des beweglichen und unbeweglichen kirchlichen Kunstgutes ist im Kirchenrecht (CIC, Can. 1283) verankert. 1994 verabschiedeten die Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche und die Deutsche Bischofskonferenz Leitlinien zum Schutz der kirchlichen Kulturgüter, die „Charta der Villa Vigoni“. Sie bildet bis heute den Auftrag des „Arbeitskreises für die Inventarisierung und Pflege des kirchlichen Kunstgutes der deutschen (Erz-)Bistümer“.

Erfasst werden u.a.

  • Skulpturen,
  • Gemälde,
  • Kirchenschatz (Vasa Sacra),
  • Grabmäler,
  • Paramente,
  • Epitaphien und Gedenktafeln,
  • besondere Bauzier,
  • Wandmalerei und Mosaike,
  • Glasmalerei,
  • liturgische Ausstattung (Altäre, Taufbecken, Weihwasserbecken, Kanzel, Reliquienschränke, Ambo, Tabernakel),
  • Kirchenmobiliar (Beichtstühle, Buchpulte und historische Sakristei- bzw. Paramentenschränke, Bänke).

Die Inventarisierung wird von vier Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern vorgenommen. Sie sind im Generalvikariat in Köln angestellt. Sie erfassen die kunsthistorische und/oder historisch bedeutende Ausstattung in den Kirchen selbstständig. Ergänzt wird die Erfassung vor Ort u.a. durch Recherchen im Historischen Archiv des Erzbistums Köln und weiteren wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

An den vereinbarten Erst-Terminen sollten Ansprechpartner der Kirchengemeinde oder des Kirchenstandortes (Küsterinnen und Küster) zur Verfügung stehen, die eine gemeinsame Besichtigung der Ausstattungsstücke ermöglichen. Die weitere Inventarisierung erfolgt selbstständig. Dafür sollten den Erfasserinnen und dem Erfasser die entsprechenden Zugänge gewährt werden.

Wenn es Gemeindemitglieder gibt, die über umfangreiches Wissen zur Geschichte der Kirche und ihrer Ausstattung sowie möglicherweise auch über Fotomaterial verfügen, sind wir dankbar, wenn Sie den Kontakt herstellen können.

Die Erfassung erfolgt nach Dekanaten bzw. Seelsorgebereichen. Sobald die Inventarisierung in Ihrem Seelsorgebereich ansteht, stimmen die Erfasser nach Rücksprache mit dem Pastoralbüro Termine zur Begutachtung vor Ort ab. Je nach Anzahl der zu erfassenden Objekte sind die Erfasser ggf. mehrere Tage vor Ort. Die Erfassung erfolgt selbstständig durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Projektleitung: Dr. Anna Pawlik

Projektkoordination: Dr. Esther-Luisa Schuster

Erfassung: Anja Becker-Chouati M.A., Stefanie Pasternok MA, Carsten Schmalstieg M.A.

Die Inventarisierung dient dem Erhalt der Objekte vor Ort. Es ist uns wichtig, dass die historisch-künstlerischen Objekte am Ort ihrer Überlieferung erhalten bleiben.

Monitäre Wertangaben geben wir daher nicht. Zudem können wir lediglich Grundlagen für die wissenschaftliche Forschung legen, diese aber nicht ersetzen.

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