Reorganisation der Rendanturen

Neue Wege für Pastoral und Verwaltung

Reorganisation der Rendanturen

Die Rendanturen sollen an aktuelle und zukünftige Veränderungen angepasst werden, es gilt diese weiter zu Kompetenzzentren auszubauen. Das betrifft zum einen das Aufgabenspektrum der Rendanturen und damit ihre Ablauf- und Aufbauorganisation sowie zum anderen den Zuschnitt der Rendanturgebiete. Dabei sind viele unterschiedliche Fragen zu berücksichtigen, die zwar einzeln zu betrachten sind, aber trotzdem miteinander verknüpft werden müssen. In Arbeitsgruppen und Workshops arbeiteten mehr als 50 Personen aus den Gemeinden, den Rendanturen und dem Generalvikariat an gemeinsamen Lösungen.

Download: FAQs zu diesem Thema (PDF)

Stand: 15. Juni 2016

Drei Gründe sprechen dafür, die Rendanturstruktur und -landschaft zu verändern und damit die Anzahl an Rendanturstandorten zu verringern:

  1.  Der Unterstützungsbedarf der Kirchengemeinden verändert sich: Die Nachfrage nach fachlich spezialisierter Unterstützung z. B. zu Kita-Fragen steigt kontinuierlich. Um diese zu beantworten, benötigt die Rendantur Fachbereiche. Damit ein Fachbereich für sich Kompetenz aufbauen kann, benötigt er eine bestimmte Größe. Diese Mindestgröße von Fachbereichen ist auch erforderlich, damit sichergestellt werden kann, dass auch bei längerfristigem Ausfall einzelner Mitarbeiter Anfragen aus den Kirchengemeinden fachgerecht bearbeitet werden können. Und damit diese Fachbereiche ausreichend groß sind, soll sich die Rendanturarbeit auf deutlich weniger als die heute 14 Standorte konzentrieren.
  2. Durch die Einführung der Verwaltungsleitung wird eine Unterstützung in den Gemeinden vor Ort gewährleistet. Dadurch kann sich die Rendantur stärker auf fachliche Aufgaben konzentrieren, die ortsunabhängig erbracht werden können. Der Rendantur kommt eine andere Rolle zu. Erster Ansprechpartner vor Ort ist die Verwaltungsleitung und die Rendantur steht im Hintergrund für fachliche Anfragen zur Verfügung.
  3. Die Anzahl an Katholiken im Erzbistum geht zurück, gleichzeitig sinken inflationsbereinigt die Kirchensteuereinnahmen. Mittelfristig wird weniger Geld für die Kirchengemeinden zur Verfügung stehen: Gemeinden werden sich von Gebäuden trennen, für Baumaßnahmen steht weniger Geld zur Verfügung, die Anzahl an Mitarbeitern in den Kirchengemeinden wird sinken, manche Dienstleistungen werden nicht mehr finanzierbar sein. Damit werden tendenziell auch weniger Verwaltungsaufgaben anfallen. Um sich auf diese Entwicklung einzustellen und stabile Strukturen zu schaffen, die nicht bald wieder geändert werden müssen, bietet sich eine geringere Anzahl an Standorten an.

2015 entwickelten fünf fachspezifische Arbeitsgruppen (AG Bau, AG Finanz-/ Rechnungswesen, AG Kita, AG Personal, AG Binnenorganisation) die Abgrenzung der Aufgaben zwischen Rendanturen, Generalvikariat, den Kirchengemeinden und weiteren Akteuren, wie zum Beispiel dem Diözesancaritasverband. Das ist nötig, weil mit der Verwaltungsleitung ein neuer Akteur ins Spiel kommt und weil grundsätzlich geprüft werden soll, wer welche Aufgaben idealerweise übernehmen soll.

Darüber hinaus erarbeiteten die Arbeitsgruppen Abläufe für Kernprozesse der Verwaltung sowie Arbeitsinstrumente, die zukünftig allen am Prozess Beteiligten über ein online zugängliches passwortgeschütztes Verwaltungshandbuch zur Verfügung stehen sollen. Dieses Verwaltungshandbuch wird sukzessive aufgebaut. [Link zum Verwaltungshandbuch] Das kann zum Beispiel die Entwicklung einer Barkassenrichtlinie samt dazugehörigem Standardprozess oder die Erstellung von Checklisten im Personalbereich sein.

Auch die Binnenorganisation der Rendanturen wird sich ändern: Zukünftig sollen alle Rendanturen fünf Fachbereiche haben. Zum einen wird es einen Fachbereich Bau, einen Fachbereich Personal und einen Fachbereich Finanz-/ Rechnungswesen geben. Zum anderen werden aus zwei weiteren Fachbereichen heraus konkrete Ansprechpartner jeweils eine überschaubare Anzahl an Seelsorgebereichen betreuen. Dieses geschieht im Fachbereich Kita und im Fachbereich Kirchengemeinden. Über diese Fachbereichsstruktur werden Kompetenzen weiter ausgebaut, um die Verwaltungsleitungen und KV-Mitglieder kompetent zu unterstützen.

  • Der Aufbau von Bau-Fachbereichen wird in den Rendanturen Bonn und Siegburg pilotiert. Hier soll die Bearbeitung sämtlicher Bauanliegen gebündelt werden. Im Rahmen der Pilotierung wird auch geprüft, wie vereinfachte Antrags- und Genehmigungsverfahren aussehen können. Eine Konsequenz daraus wäre, dass die Rendanturen bei der Abwicklung von Bauvorhaben über Vorabgenehmigungen eine größere Rolle spielen. Um diese veränderte Rolle erfüllen zu können, müssen die Rendanturen weitere baufachliche Kompetenzen aufbauen.
  • Ein Fachbereich Finanz- und Rechnungswesen existiert in den Rendanturen bereits. Inhaltlich soll ein größerer Schwerpunkt auf die Bereitstellung von Steuerungs- und Budgetinformation durch die Rendantur für den KV/KGV gelegt werden.
  • Einen Fachbereich Personal gibt heute ebenfalls in allen Rendanturen, wenn auch in unterschiedlicher Größe. Diese Fachbereiche sollen weiter bestehen bleiben. Einige Rendanturen haben schon in der Vergangenheit einen Fachbereich Kita aufgebaut, um die Kompetenzen in diesem Bereich zu bündeln. Ein Grund dafür war die Notwendigkeit, mehr Kita-spezifische Fachkompetenz aufzubauen. Es wurde entschieden, dass die anderen Rendanturen dem Beispiel folgen sollen und ein solcher Fachbereich als Standard etabliert werden soll. Der Fachbereich wird aus erfahrenen Verwaltungsreferenten gebildet, die mit Kita-Fragen vertraut sind.
  • In einem fünften Fachbereich unterstützen erfahrene Verwaltungsreferenten bei spezifischen Anliegen der Kirchengemeinden. In dieser neuen Rolle unterscheiden sich Ihre Aufgaben aber deutlich von den klassischen Aufgaben der Verwaltungsreferenten. Ihr Hauptarbeitsschwerpunkt liegt nun in Fragen des Finanz- und Rechnungswesens: Sie verantworten ein Berichtswesen, bieten den Kirchenvorständen Controlling- und Steuerungsunterstützung an, unterstützen maßgeblich bei Wirtschaftsplan und Jahresabschluss und betreuen die Finanz- und Vermögensanlage. Mit diesem Aufgabenspektrum ist eine Präsenz in den Seelsorgebereichen nicht mehr in der Regelmäßigkeit nötig, wie das bei den Verwaltungsreferenten üblich war.

Die Verwaltungsreferenten als fachübergreifende Kontaktpersonen wird es in der heutigen Rolle nicht mehr geben. Stattdessen wird es spezialisierte Ansprechpartner geben. Die Verwaltungsreferenten gehören daher einem der neuen Fachbereiche an und unterstützen entweder bei Baufragen, bei Kitafragen oder Fragen, die spezifisch die Abläufe in den Kirchengemeinden betreffen.

Ihr Spezialistenwissen wird somit gegenüber ihrem Generalistenwissen in den Vordergrund treten, sie konzentrieren sich auf ein Fachgebiet. Die grundsätzliche Rolle der Verwaltungsreferenten und die Art der Unterstützung ändert sich somit.

Darüber hinaus ist es möglich und gewünscht, dass Verwaltungsreferenten ihre Erfahrungen und ihr Wissen als Verwaltungsleitung einbringen. Hierzu werden aktuell bereits Weiterbildungen angeboten.

Die neue Struktur trägt der Tatsache Rechnung, dass mit den Verwaltungsleitungen professionelle Ansprechpartner für Verwaltungsfragen in den Seelsorgebereichen arbeiten, somit werden die Rendanturen weniger Präsenz vor Ort zeigen müssen. An Stelle der Verwaltungsreferenten werden die Verwaltungsleitungen zukünftig regelmäßig an den Gremiensitzungen in den Seelsorgebereichen teilnehmen. Aber punktuell werden Vertreterinnen und Vertreter aus den Fachbereichen der Rendantur auch weiterhin vor Ort sein müssen.

Grundsätzlich besteht Einigkeit, dass die Anzahl an Rendanturen sich verringern wird, wenn die Verwaltungsleitungen flächendeckend eingeführt sind. Die Entscheidung darüber liegt aber in der Hand der Gemeindeverbände als Rendanturträger. Die Projektgremien haben lediglich Vorschläge entwickelt und bewertet, wie viele Rendanturen mit welchen Zuständigkeitsbereichen es geben kann. 

Mit der Übergabe des Projektvorschlages zur zukünftigen Rendanturstruktur an die Kreis- und Stadtdechanten als Trägervertreter wurde von den Kreis- und Stadtdechanten ein Plan abgestimmt, wie und anhand welcher Meilensteine die Weiterentwicklung der Rendanturlandschaft angegangen werden soll.

Zu Anzahl und Zuschnitt der Rendanturen:

  • In der ersten Jahreshälfte 2016 prüfen die Kreis- und Stadtdechanten den Projektvorschlag und passen diesen gegebenenfalls an.
  • In der zweiten Jahreshälfte 2016 soll dieser Vorschlag z. B. im Rahmen eines gemeinsamen Informations- und Arbeitstages mit den Verbandsausschussmitgliedern aller Gemeindeverbände diskutiert werden.
  • Mit der dadurch gewonnenen Klarheit über die zukünftige Rendanturlandschaft können die Rendanturen auf kurzfristige Kooperationsbedarfe reagieren (wenn z. B. ein Rendanturleiter in den Ruhestand geht) und intensive Zusammenarbeiten einzelner Rendanturen können aufgebaut werden.

Zu Trägerschaft der Rendanturen:

  • Über die zukünftige Trägerschaft beraten die Kreis- und Stadtdechanten in der zweiten Jahreshälfte 2016.
  • Anschließend diskutieren sie ihre Vorschläge in der ersten Jahreshälfte 2017 mit den Verbandsausschussmitgliedern.
  • Ab der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen die Verbandsvertretungen Beschlüsse zur gewünschten zukünftigen Trägerschaft fällen.
  • Die Jahre 2018 und 2019 stehen für eine intensive Vorbereitung von Fusionen zur Verfügung.
  • Zu Beginn des Jahres 2020 fusionieren die ersten Rendanturen. Zu diesem Zeitpunkt sind nach aktueller Planung flächendeckend die VL eingeführt.