Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Der Hochchor

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/docu0160.jpegUnter Erzbischof Arnold von Wied (1151 - 56)  wird der alte Langchor verlängert und erhöht. Eine Neuausmalung des Langchores und der neuen Apsis gehörten dazu. Reste blieben davon unter der barocken Ausstattung bis heute erhalten.

 

Im zweiten Weltkrieg wird die Kirche zunächst durch Brand (31. Mai 1942) und schließlich durch Bombentreffer (31, Oktober 1944) erheblich zerstört. Zwei Seiten des Dekagons sind von den Gewölben bis zu den Fundamenten Weggerissen worden. Fast die gesamte Innenausstattung, darunter die Orgel, ist verloren gegangen.

 

Die Aufräumungs- und Wiederherstellungsarbeiten nach Kriegsende laufen in der ersten Zeit schleppend an. Nachdem zunächst nur die Krypta, die die Kriegsereignis einiger-maßen unbeschadet überstanden hat, für den Gottesdienst zur Verfügung steht, ist nach 1949 auch der Hochchor soweit wieder hergestellt, dass er von der Gemeinde genutzt werden kann. Für den Raum konzipiert die Orgelbauwerkstatt Johannes Klais in Bonn 1954 ein neues Instrument, das an der südlichen Chorwand seinen Platz findet und die nachstehende Disposition aufweist: 

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/docu0318klein.jpegI. Hauptwerk (C-g3) 

Rohrflöte 8'  
Salicional 8'  
Principal  4'(Prospekt)  
Waldflöte 2'  
Sequialtera 2fach  
Mixtur 4fach 11/3'

II. Oberwerk (C-g3) 

Liebl. Gedack 8'  
Blockflöte 4'  
Principal  2'  
Scharff 3-4fach 1'  
Krummhorn 8'

Pedal (C-f) 

Subbaß 16'  
Principal  S'(Prospekt)  
Gedacktbaß 8'  
kombiniert mit Subbaß 16'  
Choralbaß  4'  
kombiniert mit Principal 8'  
Nachthorn 2'

Spielhilfen 

Koppeln l/ll, Sub ll/l, l/R II/P  
Handregister,  
zwei freie Kombinationen,  
Tutti, Auslöser,  
Einzelabsteller für Zunge, 
Kegelladen mit elektrischer 
Spiel- und Registertraktur

Franz-Josef Vogt

 

Die Apsis des Chores

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/docu0421kl.jpegwurde am Ende des 12. Jahrhunderts vollständig ausgemalt. Im Zuge der barocken Ausstattung brachte man in der Apsis eine Stuckdekoration an. Bei der historischen Neugestaltung und Ausmalung der Kirche 1897, als man die barocke Ausstattung beseitigte, kamen die romanischen Malereien im Chor wieder zum Vorschein. Sie waren allerdings schwer beschädigt.

In der Kalotte der Apsis ist Christus in der Mandorla zwischen den hll. Maria und Johannes, Helena und Anno dargestellt. In jeder Nische der beiden Apsis-geschosse ist eine große stehende Gestalt dargestellt: unten heilige Bischöfe, die das Schwert gegen vor ihnen am Boden liegende Figuren erheben; oben der hl. Gereon und drei Gefährten aus der Thebäischen Legion, die jeweils auf einem Heiden stehen und damit den Sieg des Christentums veranschaulichen. Auch die Fensterlaibungen waren ursprünglich figürlich bemalt. Die Malerei der Apsis-Kalotte wurde, nachdem man sie wieder aufge-funden hatte, vollständig erneuert. Diese Übermalung nahm man nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Der heutige, stark verblasste Zustand, der auch kaum noch Konturen innerhalb der Farbflächen zeigt, spiegelt die Geschichte dieses ehemals prominenten Teils der mittelalter-lichen Ausstattung und ist daher wenig mehr als eine vage Erinnerung.

 

 

Sakramentshaus

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stgereon/Sakramentshaus.jpegWendelin Beyschlag, 1608
Nordwand des Hochchores

 

Das Sakramentshaus steht an der nördlichen Wand des Hochchores. Es wurde 1608 von dem aus Schwaben stammenden Bildhauer Wendelin Beyschlag (1575 - nach 1622) gefertigt. Stifter war einer der Kanoniker von St. Gereon. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Aufbau über einem kurzen Pfeiler. Die Sakramentsnische befindet sich im ersten Geschoss. Die beiden oberen nehmen Reliefs ein, die das Letzte Abendmahl und die Auferstehung Christi zeigen. Die Architektur, die ornamentalen Teile und ihre figürliche Zier mit Engelsgestalten und Hermenpilastern erweisen das Sakramentshaus als ein herausragendes Beispiel für die Ausstattungskunst der Renaissance in Köln, deren beste Stücke vielfach nicht von einheimischen Künstlern geschaffen wurden.