Ende des Hohen Mittelalters

Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Am Ende des Hohen Mittelalters

Verwaltung und kirchliches Leben
Am Ende des hohen Mittelalters war das Erzbistum Köln in vier größere und sechs kleinere Archidiakonate, 22 Landdekanate und das Stadtdekanat Köln eingeteilt. Die konkurrierenden Archidiakone und Dechanten zählten mit den Prioren zu den engsten Beratern des Erzbischofs. Die Erzbischöfe waren wegen der vielfältigen weltlichen Amtsgeschäfte auf Unterstützung fremder Bischöfe angewiesen. Erst später kam es zu Anstellung ständiger Weihbischöfe. Im Zuge des Landesausbaus entstanden viele Pfarreien. Um das Jahr 1300 gab es im Erzbistum Köln 869 Kirchen, von denen die meisten bis heute bestehen.

Das Erzbistum Köln als Stifts- und Klosterlandschaft

Im Bereich des heutigen Erzbistums Köln gab es 20 Stifte, 11 davon in der Stadt Köln. Auch im Raum Bonn und im Norden des Erzbistums befanden sich mehrere Stifte. Zwischen 1150 und 1250 wurde das gemeinsame Leben aufgegeben, was zu einer stärkeren Verweltlichung der Stifte führte. Die Pröpste, Dechanten und Kanoniker der Kollegiatsstifte waren die sogenannte "geistige Elite des Erzstiftes".

Das Mönchtum war eines der Phänomene der abendländischen Kulturgeschichte. Von den Benediktinerklöstern hatten 1802 im Bereich der heutigen Erzdiözese nur noch 3 Bestand. Durch Reformen entstanden bedeutende Zisterzienserklöster. In Köln selbst entstanden trotz zahlreicher Klöster ausschließlich Zisterzienserinnenklöster. Der hohe Zulauf zu diesen Klöstern zeigt, wie stark die Frömmigkeitsbewegung am Ende des Mittelalters war.

Zu den Ordensregeln der Prämonstratenser gehörten Askese, Beschaulichkeit, Seelsorge und feierliche Gottesdienste. Die Prämonstratenser wurden "Chorherren" genannt, ihre Niederlassungen "Stifte". Von den 8 vor 1250 entstandenen Stiften liegt nur Knechtsteden in den Grenzen des heutigen Erzbistums. Auch hier war die Zahl der Prämonstratenserinnenstifte größer, ebenso wie die Augustinerchorherren und -chorfrauen. Die Dominikaner- und Franziskanerorden zeichneten sich durch strenge Askese aus. Zum Ende des Hochmittelalters stellt Köln eine äußerst vielseitige Stifts- und Klosterlandschaft dar.

Romanische Kunst in der Erzdiözese Köln

Die zahlreichen Kunstwerke der Stauferzeit, die zur Spätromantik gezählt werden, gehört zum Schönsten und Kostbarsten der abendländischen Kultur. Zwischen 1150 und 1250 gab es zahlreich Kirchenneubauten, die bis heute sprechende Zeugnisse ihrer Zeit sind. Dazu gehören Kirchen der Stifte und Abteien, die Kölner Pfarrkirche St. Maria Lyskirchen und andere bedeutsame Kirchen des heutigen Erzbistums. Einzigartig ist die Doppelkirche von Schwarzrheindorf (Bonn).

Das großartigste Werk der Goldschmiedekunst ist der Dreikönigenschrein. Auch die Siegelkunst, Münzkunst, Glasmalerei, Schriftkunst und Buchmalerei muss erwähnt werden. Der Faszination dieser unterschiedlichen Kunstwerke kann sich der heutige Mensch nicht entziehen.

Die "kölnischen" Heiligen und ihre Verehrung

Über viele Jahrhunderte hinweg wurden und werden die "kölnischen" Heiligen mit ihren ganz eigenen Kultgeschichten verehrt. U.a. durch die nach ihnen benannten Stiftskirchen erlangten sie eine über das Erzbistum Köln hinaus reichenden Bekanntheitsgrad, wie z.B. der hl. Severin, die hl. Ursula oder die Heiligen Drei Könige. Auch hier steht die Kirche für Kontinuität und Universalität in einer zweitausendjährigen Geschichte.