Katholische Kirchengemeinde

St. Gereon

Cruzifixus

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stalban/Kreuz.gifDer Kern des Gemmenkreuzes besteht aus Makassa-Ebenholz. Auf ihm sind in vergoldete Silberplatten 149 Edelsteine eingelassen, darunter Karneole, Turmaline, Bergkristalle und ein Feueropal. Lioba Münz hat die alte byzantinische Senkemailtechnik wieder zum Leben erweckt. Die Emailarbeiten zeigen auf der Vorderseite in der Mitte die Majestas Domini, den thronenden, zum Gericht wiedergekommenen Herrn, das Buch des Lebens in der Hand haltend. An den vier Enden des Kreuzes: unten die Verkündigung, links die Geburt, rechts die Auferstehung und oben die Himmelfahrt des Herrn. Auf der Rückseite des Kreuzes ist ein holzschnittartig in Email gefertigter Crucifixus, umgeben von Bergkristallen, den Steinen Christi, dargestellt. An der Herstellung dieses Gemmenkreuzes hat Lioba Münz mit 5 Helferinnen 5 Monate lang gearbeitet. Wir haben bewusst für den schlichten Kirchbau dieses kostbare Stück gewählt, um etwas durchscheinen zu lassen von der Herrlichkeit des Herrn und unserer Berufung: Kirche auf dem Wege.

 

Das ist auch die theologische Aussage des Kirchenraumes sein „Geheimnis". Es besteht in dem Gegenüber der beiden Kreuze - des über 500 Jahre alten Crucifixus im Westen, im Rücken der Gemeinde und der crux gemmata im Osten über dem Hochaltar. Die beiden Kreuze wollen die Gemeinde, die sich hier versammelt, daran erinnern, dass wir auf den Tod Christi getauft sind (Rom 6,3) und dass, wenn wir uns mühen, in der Nachfolge Christi zu bleiben, durch unseren Tod hindurch dem verherrlichten Christus, wie er in der crux gemmata dargestellt ist, entgegengehen. Eine bildhafte, anschauliche Aussage über das Eigentliche christlicher Existenz: Pilgernde Kirche, unvollendet, jedoch voller Hoffnung auf die Vollendung in Jesus Christus.

 

Der Kölner Stadtanzeiger schrieb am 1. Dezember 1958:
"Allseitig nahezu geschlossen - nur in die Südwand sind kleine, mit Glasmalerei versehene Fensterschlitze eingelassen - reckt sich das gegliederte Ziegelmassiv, ein gleichseitiges Fünfeck (Pentagon) empor. Die Bildzeichen seiner in grauen, roten und grünen tönen gehaltenen Glasfenster hat Franz Pauli dem Gesang der Jünglinge im Feuerofen entnommen.

Den Chorabschnitt umfriedet eine 18 Meter hohe Apside... Der Innenraum strahlt sakrale Würde aus. Keine falsche dekorative Zutat stört die große Form. Der optische Schnitt zweier Achsen gibt ihm trotz des Fünfeckgrundrisses den Charakter einer Zentralanlage. Holzdach und Holzdecke steigen von West nach Ost zur Apsidenhöhe steil an. Hier begrenzen der mächtige Hochaltar aus Krensheimer Muschelkalk die östliche und die aus der alten Kirche stammende Kreuzigungsgruppe die westliche Raumzone. Die andere optische Achse verläuft, nord-süd gerichtet, von der Orgel zur Sakramentskapelle, 
für die Elmar Hillebrand den Altar und das Ziborium gestaltet" (es wurde im Januar 1963 aufgestellt)

 

tl_files/stgereon/bilder/kirchen/stalban/Sakramentsaltar_Neu.gifDer Sakramentsaltar

 

Material: Schiefer, Carrara-Marmor und Dolomit - ist auch fünfeckig wie der Grundriss der Kirche. Auf ihm steht das fünfeckige in Bronze gegossene Ziborium mit dem Tabernakel. In 15 Bildern aus dem Alten und dem Neuen Testament zeigt das ZiboriumVorbilder und Erfüllung des Erlösungswerkes Christi:
Eherne Schlange - Crucifixus. Der Prophet Jonas - Auferstehung des Herrn, Himmelfahrt des Elias -Himmelfahrt des Herrn.

 

Die Präsenz des Erlösungswerkes in Speise und Trank und seine Vorbilder imAlten Testament: Der Engel bringt den Pro-pheten Habakuk zu Daniel in die Löwengrube; Elias unter dem Ginsterstrauch; die Kundschafter mit der Traube. Neues Testament: Hochzeit zu Kana; die beiden Jünger in Emmaus; der Lebensbaum der Johannes-Apokalypse. Das fünfte Gitterwerk zeigt Vorbilder des Opfers Christi: Die Opfer Abels, Abrahams und Melchisedeks. Die Bekrönung des Turmes bildet das Zeichen des brennenden Dornbusches, hier Zeichen der geheimnisvollen Nähe des Herrn in der Eucharistie.